Die französische Nationalversammlung hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der Kindern unter 15 Jahren die Nutzung von Social-Media-Plattformen verbietet und damit eine der wichtigsten digitalen Jugendschutzmaßnahmen in Europa darstellt. Das von Präsident Emmanuel Macron befürwortete und vom Parlament breit unterstützte Gesetz wird nun an den Senat weitergeleitet und könnte noch vor dem Schuljahr 2026-27 in Kraft treten.
Was das Gesetz vorschlägt
Der Gesetzentwurf, der mit großer Mehrheit im Unterhaus angenommen wurde, sieht vor, dass Minderjährigen unter 15 Jahren der Zugang zu sozialen Online-Netzwerken verboten wird. Das Verbot würde für Mainstream-Plattformen wie Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook und andere Plattformen gelten, die soziale Netzwerkfunktionen bieten.
Neben der Altersbeschränkung enthält das Gesetz auch Bestimmungen, die bestehende Handyverbote auf ältere Schüler in High Schools ausdehnen würden - aufbauend auf früheren bereits geltende Verbote für jüngere Schüler.
Der französische Gesetzgeber hat sich zum Ziel gesetzt, das Verbot bis September 2026 durchzusetzen, so dass der Beginn der Beschränkungen mit dem Beginn des nächsten Schuljahres zusammenfällt. Von den Plattformen wird erwartet, dass sie bis Ende des Jahres wirksame Altersverifikationssysteme einführen und bestehende, nicht konforme Konten deaktivieren.
Motivation und Kontext
Die Befürworter des Gesetzes bezeichnen es als eine Schutzmaßnahme für die psychische Gesundheit und Entwicklung junger Menschen. Präsident Macron bezeichnete den Gesetzentwurf als eine Möglichkeit, Unternehmen der sozialen Medien daran zu hindern, gefährdete Nutzer auszubeuten, und versicherte, dass “die Emotionen unserer Kinder und Jugendlichen nicht zu verkaufen oder zu manipulieren sind”.”
Frankreich reiht sich in eine kleine Zahl von Ländern ein, die ähnliche Maßnahmen in Erwägung ziehen oder bereits eingeführt haben. Im Dezember 2025 führte Australien ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 16 Jahren ein, und mehrere andere europäische Regierungen beobachten die Entwicklung der digitalen Regulierung genau.
Nächste Schritte
Der Gesetzentwurf muss vom französischen Senat geprüft und genehmigt werden, bevor er in Kraft treten kann. Wenn es verabschiedet wird, müssen sich die Plattformen auf die Altersbeschränkungen und die Überprüfung bis zu den Zieldaten Ende 2026 vorbereiten.
Punkte der Debatte
Während die Politik breite Unterstützung findet, haben Kritiker Fragen zur praktischen Umsetzung aufgeworfen - insbesondere in Bezug auf die Altersüberprüfung und die Einhaltung der digitalen Gesetze der Europäischen Union. Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der technischen Durchführbarkeit stehen nach wie vor im Mittelpunkt der breiteren Diskussion.